Route C, 4–6



Fizir meldet erstmals Ablenkung des Lichtstrahls an Hals 3, mit dem er unmittelbaren Einblick in die Fenster von No. 15 erhält. Möglicherweise hat das etwas mit der kürzlichen Besetzung von Figios 17 zu tun. Der gesamte Turm war von Unbekannten gekapert, der Wärter in seinem Boot auf rauer See ausgesetzt worden, und seither war die Tür verrammelt. Firus 10 hatte den in Seenot geratenen und halb ertrunkenen aufgefischt, der seither im künstlichen Koma liegt. Schon Jahre zuvor hatten Forscher der Universität Aarhus Anomalien im Bereich von Figios 14 festgestellt, nachdem zahlreiche Kenterungen nicht aufgeklärt werden konnten. Untiefen waren schon immer bekannt, aber die betroffenen Seeleute sprachen von bewusster Irreführung, von Verschiebung, von irrlichtern und altem Seemannsaberglauben.


Neuere historische Funde lassen darauf schließen, dass auch schon vor der Zeit der U-Boot-Kriege etliche Kriegsschiffe in der Bucht versanken. Wahrscheinlich hatte Grímr, der Fürst auf dem Kugelhof, eine Truppe bewaffneter Männer auf die Krebsgründe geschickt, um den Angriff der Feine abzuwehren. Die fünf Kirchen auf dem Sund hatten ihre Leuchtfeuer entfacht, und für die Feinde, vom Meer kommend, musste es ausgesehen haben, als brenne Meer und Küste. Von 1000 Fudern Talg und Holz ist da die Rede, die die Feinde zu überwinden hatten. Der Sieg gelang durch einen Einbruch von der Seite, durch den die Feinde Grímrs Mannen von Land aus überraschen konnten, die mit all ihren Speeren und Wurfgeschossen in der Bucht versanken. Es brannte noch unter Wasser, sagen uns die Quellen. Die Feinde aber bauten für ihre gefallenen Helden das große Hünengrab auf dem Wall. Heute gibt es in der Gegend ein großes Casino, von dem aus man die herrliche Aussicht genießen kann.


Grímr war ein Mächtiger. Er hatte das Land eingenommen, indem er mit einer Hand über die Felder strich und alles Korn in Brand setzte. Der Rauch schlug mit zitternder Bewegung 200 Meter weit hinauf in den Himmel und holte alle Vögel, weiße und schwarze, mit seiner heißen Peitsche hinunter auf den sauren Acker. Dort lagen sie alle auf qualmendem Grund, im freien Fall einander gleich gemacht. Als seine Leute über den Fluss kamen, fanden sie nichts mehr vor als das einsame geschwärzte Land. Sie hatten große Feste hinter sich gelassen, weite Buchten, grasbewachsene Hütten, Blumen und Flocken fettiger Wolle, aber hier atmete ihnen nur das aschene Feld entgegen und fragte: na und? Das war Grímrs Ruhm, von dem seine Nachwelt lange erzählte. Ein weißes Hemd trieb wehend den Fluss hinab.



*Kartenrechte: DGS, siehe Impressum

23. Januar 2017