Das Tuten

Die Nächte brachte er, wenn er nicht messend, suchend
und mordend durch die Lande fuhr, in ihrem Schoße zu.
Der Wind schlug dann die Fenster in die Rahmen,
die Pappel strömte aus ihr Lied ins finstre Loch,
und rauschte alles Keuchen zu, das Flüstern lieber Namen,
mit Blätterflattern. Man hörte außerdem nur noch
das Rasseln vieler Reusenstangen draußen.

Nicht eine Menschenseele hört den Klang des Grausens,
und - wenn man lauschte – fiel nicht eine Tür
ins Schloß, kein Auto meckerte beim Starten,
kaum schlugen Hunde an noch lachten Paare,
nur selten strich ein Licht den schwarzen Bodden
Es schnaufte nur das Meer mit seiner feuchten Lunge,
Es sank ein Baum zusammen beim Verrotten
und schnurrend wechselte den Fuß die Eule,
raschelte die Spitzmaus in der Natternzunge,

die überhaupt nicht ahnte, wie Herr Korn
sich höher strampelte, bis er sein Hohelied
das in ihm brüllte wie ein gelbes Horn,
zwiestimmig aussang – tönende Fanfare -
ein doppeltes Getute in einsam schiefen Quarten,
das Ton um Ton ausspuckte, lauthals fluchend.
Und an ihm hingen Flaschen voll Geheule,
die wollten alle auf das wilde Ende warten.
Die Stimme endete mit ein paar harten
und dumpfen Rucken ohne Unterschied.

05. Juli 2022